Familie Schilobolski

Zehdenicker Straße 24 in Berlin-Prenzlauer Berg

Die Familie Schilobolski wohnte seit 1934 in der Zehdenicker Str. 24. Sie hatten sechs Kinder. Erna, Rosa, Leo, Erich, Selma und Amanda. 

Die älteren Töchter Erna und Rosa wanderten Anfang der 30er Jahre ins heutige Israel aus.  

Als es für die jüdische Familie immer schlimmer wurde, haben die Eltern die jüngere Tochter Amanda mit dem Kindertransport nach England geschickt, wodurch sie überlebt hat. Leo konnte auch überleben, er blieb bis zu seinem Lebensende in England. 

Für die Eltern und die Kinder Erich und Selma, ihrer kleinen zweijährigen Tochter Rahel und Selmas Ehemann Leo Levinsky gab es leider keine Rettung aus dem Nazi-Regime.

Wir hatten im WuV-Kurs ein Interview mit Naomi geführt, der Tochter von Amanda. Amanda ging nach dem 2. Weltkrieg von England nach Israel.

Das Interview haben wir in Englisch geführt und Naomi hat uns zur Geschichte ihrer Mutter auch die ihres Vaters erzählt. Er ist in Auguststraße in Berlin aufgewachsen und schon Anfang der 30er Jahre ins spätere Israel gezogen und hat damit im Gegensatz zu Naomis Mutter Amanda nicht so eine schreckliche Erinnerung an Berlin. Er ist später mit seiner Tochter Naomi öfter nach Berlin gereist und Naomi hat dabei Berlin lieb gewonnen. Ihre Mutter Amanda wollte nie wieder in ihre alte Heimat zurück, sie hat hier leider ihre Eltern, zwei Geschwister und die kleine Nichte, die sie nie sehen konnte, verloren.

So waren wir auch zur Stolpersteinverlegung am 7. Oktober eingeladen. Naomi war sehr traurig, nicht nur wegen der Geschichte früher, sondern weil ihr Kibbuz früh morgens am 7. Oktober von Terroristen überfallen wurde. Sie hatte dies kurz vor der Feierlichkeit über ihr Handy erfahren und war voller Entsetzen und Angst um ihre Nachbarn zuhause. Unser Lied „Sag mir wo die Blumen sind“ hat demnach immer noch eine sehr große Bedeutung.

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Letzte Änderung 09.08.2026