Margot Friedländer

Stolpersteine in der Skalitzer Str. 32
Interview der Klasse 8b des John-Lennon-Gymnasiums Berlin 

Zu Ehren unserer Berliner Ehrenbürgerin und wichtigen Zeitzeugin Margot Friedländer möchten wir den im Rahmen unseres Schul-Projekts „Stolpersteine zum Sprechen bringen“ vom John-Lennon-Gymnasium mit einigen ehemaligen SchülerInnen von uns verwirklichten Podcast auch auf unserer Schul-Website präsentieren.

Die Klasse 8b des John-Lennon-Gymnasiums hat am 2.12.25 den Vorstandsvorsitzenden der Margot Friedländer Stiftung,Prof. Dr. Karsten Dreinhöfer, zum Leben von Margot Friedländer interviewt. 

Margot Friedländer, geborene Anni Margot Bendheim (5.11.1921) war die Tochter von Auguste Gross und Arthur Bendheim. Ralph, ihr jüngerer Bruder wurde 1925 geboren. Ihre Mutter hatte ein gut laufendes Knopfgeschäft und der Vater war Kaufmann. Er baute das Knopfgeschäft zu einem Engrosgeschäft für Knopfmaschinen und Zubehör aus. Die Familie lebte zunächst in der Lindenstraße 43 und später als gut situierte Bürger in der Neuen Friedrichstraße in Berlin-Mitte. Nach der Trennung der Eltern lebten die beiden Geschwister bei ihrer Mutter Auguste, die alles tat, um ihre Kinder vor den Nazis zu schützen. Leider scheiterte Margots Mutter trotz intensiven Versuchen auszuwandern, an der Aufnahmebereitschaft der Länder und einmal sogar an der Zustimmung des Vaters zur Ausreise seiner minderjährigen Kinder. Die drei waren den Nazis schutzlos ausgeliefert und nachdem der Bruder von der Gestapo abgeholt wurde, entschied sich die Mutter in ihrer Verzweiflung und Angst um ihr Kind, ihren Sohn nach Ausschwitz zu begleiten und fuhr direkt in den Tod. 

Margot war nun allein und die hinterlassene Nachricht ihrer Mutter „Versuche, dein Leben zu machen“ war ein Auftrag, nämlich für ihr eigenes Überleben zu kämpfen. So versuchte sie sich zu verstecken, ließ sich die Haare färben und ihre Nase operieren. Der Menschenjagd der Nazis entkam sie dennoch nicht und Margot wurde ins KZ Theresienstadt gebracht, wo sie schwerste Zwangsarbeit leisten musste und welches sie zum Glück überlebt hat. Margot, deren ganze Familie ermordet wurde, entschied sich nach der Befreiung dieses Deutschland zu verlassen. 

Im hohen Alter von 88 Jahren kam sie zurück und begann durch Interviews und öffentliche Auftritte für Menschlichkeit zu kämpfen. Am 9.5.2025 ist sie – einen Tag nach dem 80-jährigen Jahrestag des Kriegsendes - im Alter von 103 Jahren gestorben. Kurz vorher appellierte Frau Friedländer im Abgeordnetenhaus von Berlin noch einmal in einer sehr bewegenden Rede an ihre Bitte: „Seid Menschen“.

Den 2. Teil des Interviews kann man auf der berlinHistory-App unter dem Projekt „Stolpersteine zum Sprechen bringen“ hören.

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Dolmetscher-Version erstellt von StudentInnen der Humboldt-Universität, Fachbereich Romanistik/Xavier Bihan

Letzte Änderung 09.08.2026